Das Unverständnis bei den Ärzten

Fast alle TN-Betroffenen gehen zuerst zum Zahnarzt. Der behandelt gerne, die Schmerzen bleiben. Oft werden Wurzeln behandelt, Zähne gezogen. Die Schmerzen bleiben. Wer Glück hat, landet früher oder später in einer neurologischen Klinik.

Dieser Beitrag von Martha Evers-Ringle am 08.11.2010 beschreibt vorerst am Besten wie der Leidensweg aller TN-Geplagten beginnt:

Meine TN begann vor ein paar Jahren urplötzlich während eines Einkaufs. Ich bekam leichte Schmerzen in der linken Wange durch einen Luftzug. Diese verschwanden aber wieder. Doch beim Frühstück schoß es mir blitzartig in die Zähne (oberkiefer links) das mir Tränen in die Augen schossen.Ich dachte tatsächlich an eine Wurzelentzündung.(hatte ich zuvor noch nie).

Also ab zum Zahnarzt…der behandelte den Zahn, doch die Schmerzen blieben. Dann meldete sich ein Zahn im Unterkiefer. Wieder eine Behandlung mit einer Krone. Doch
oh Schreck die Schmerzen blieben. Vermutung….vielleicht ist ja der Zahn daneben die Ursache. Also die nächste Wurzelbehandlung mit ca. 8 Sitzungen. Resultat…Schmerz blieb, obwohl der Zahn im Anschluss gezogen wurde. Dies war mit Kosten verbunden,da nun eine Brücke nötig war und die Krone auch entfernt werden musste. Nun ging ich zum Kieferchirug und der stellte eine CMD fest und ich bekam eine Aufbissschiene und manuelle Therapie. Doch die CMD wurde nicht besser und meine Schmerzen auch nicht.

Ein Neurologe vermutete nun eine TN und ich erhielt Lyrica. Die Dosis wurde langsam gesteigert und endlich waren die Schmerzen erträglich. Zum Schluss nahm ich 600mg Lyrica und hatte noch ab und an leichte Schmerzen. Deshalb versuchte ich es noch mit Akupunktur. Danach hatte ich ca.4 Mon. keine Schmerzen und dachte ich bin der Hölle entkommen.

Seid 1 Mon.habe ich wieder Schmerzen und nun ist der 3 Nervenast auch betroffen. Also die ganze linke Gesichtshälfte. Die Attacken habe ich Tag und Nachts. Nehme nun Carbadura (Wirkstoff Carbamazepin) und es ist erträglicher. Dank Herrn Ravenstein möchte ich nun die OP durchführen lassen. Auch Ihnen herzlichen Dank für Ihre Seite. Es tut gut zu wissen man ist nicht alleine.

 

Das ist leider der Einstieg aller TN-Betroffenen:

1. Zahnarzt:

Wo soll man auch sonst hingehen. Wenn man diese Internet-Seite erreicht, hat man das alles schon hinter sich. Zuerst werden die Zähne „saniert“. Evtl. auch der eine oder andere Zahn gezogen. Die Schmerzen bleiben. Dann bekommt fast jeder eine Gebißschiene. Anfangs dauern die Schmerzattacken vielleicht nur einen Tag, später vier, fünf Tage. Dann sind die Schmerzen für einige Zeit vorbei. Und der Zahnarzt sagt: Super! Wir hatten Erfolg mit der Schiene. Dann kommen (vielleicht erst nach ein paar Monaten) die Schmerzen wieder. Also: Eine neue Schiene muss her. So geht das dann ein paar mal. Die Schmerzen bleiben schließlich, auch wenn man die Schiene ununterbrochen trägt.

2. Zahnarzt:

Die Zähne werden weiter saniert. Noch mehr Zähne gezogen vielleicht. Manch ein Betroffener ließ sich alle Zähne ziehen. Die Schmerzen blieben.

3. Die Schmerzen werden unerträglich bis zum „Zusammenbruch“:

Wenn der Hausarzt etwas von Trigeminusschmerzen versteht, schickt er Sie dann vielleicht in eine Neurologische Klinik. Wenn man Glück hat, erkennt man dort im MRT, dass ein Blutgefäß auf die Trigeminuswurzel drückt.

4. Andere Möglichkeit: Der Neurologe.

Sie werden zum Neurologen überwiesen. Der erkennt die Trigeminusneuralgie (sollte er eigentlich). Dann stopft er Sie mit allen möglichen Medikamenten voll. Höchstwahrscheinlich helfen die auch für den Schmerz. Aber nicht für Ihre Leber und Ihre gesamte Lebensqualität.

5. Der Neurologe:

Selten wird ein Neurologe (auch wenn die Diagnose TN feststeht) in eine Neurochirurgische Klinik schicken (meiner tat das auch nicht). Mein Hausarzt schickte mich auf meinen Wunsch dahin.

6. Neurochirugie:

Da ist man am Besten aufgehoben. Den meisten Betroffenen kann man da helfen, sei es eine OP nach Jannetta oder andere Methoden. Leider finden die Betroffenen meist nur als Letztes (oder gar nicht) hierher. Einerseits weil sie nicht informiert werden, oder weil Ärzte (Zahnärzte, Hausärzte) nichts von TN verstehen.

 

So bleibt vielen nur die Recherche im Internet. Aber was tun, wenn man nicht weiß, dass der Trigeminusnerv die Schmerzen verursacht?

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