Zahnimplantate für TN-Betroffene

ZA-Implantate bieten viele Vorteile:
Die künstlichen Zähne sitzen fest, können und müssen nicht heraus genommen werden, sehen, wenn es gut gemacht ist, aus wie echte Zähne und fühlen sich auch so an. Stimmen die Voraussetzungen, wie ein guter und stabiler Kieferknochen, sind ZA-Implantate durchaus eine gute Alternative zu herkömmlichen und herausnehmbaren Prothesen.

Jeder Zahnarzt darf Implantate setzen, der Begriff „Implantologe“ ist nicht geschützt, und Zertifikate sind ebenso zahlreich wie unterschiedlich. In den letzten Jahren sind ZA-Implantate ein wahrer Verkaufsschlager in ZA-Praxen bzw. in ZA-chirurgischen Praxen.
Ich möchte hier jetzt nicht darauf hinweisen, worauf man bei einem ZA-Implantologe unbedingt achren sollte. Das wäre ein anderes Thema.

Es geht um ZA-Implantate bei TN-Betroffene
Handelt es sich beispielsweise um den 2. Trigeminus-Ast, ist der Oberkiefer davon betroffen. Entweder rechts oder links. Im schlimmsten Falle beide Seiten. Fehlen nun – auch hier als Beispiel – im rechten Oberkiefer Zähne, wäre es sinnvoll diese Lücke zu füllen. Zum einen um zum Unterkiefer wieder „Biss“ zu haben, zum anderen, damit die oberen restlichen Zähne nicht „kippen.“

Was aber tun, wenn gerade an dieser Stelle die TN sitzt?
Fachärzte, bzw. Fachzahnärzte, die sich mit TN auskennen, raten in diesem Fall von ZA-Implantaten ab. Der Druck, den Implantate auf die jeweiligen Nerven auslösen können, könnte so stark und schmerzvoll werden, sodass das teure ZA-Implantat wieder entfernt werden müsste. Schließlich werden Schrauben in den Kieferknochen eingebracht, um darauf das spätere Zahnimplantat wie Brücken oder Kronen zu setzen. Schnell ist man hier in einem vierstelligen Eurobereich.

Auch wenn es nicht das Schönste ist: Herausnehmbare ZA-Prothesen wären hier die bessere Alternative. Mittlerweile gibt es richtig gute Prothesen, die dementsprechend sitzen, nicht scheuern, schmerzen, usw. Immer voraus gesetzt, man hat einen tollen ZA auf diesem Gebiet, der sich auskennt und sein Handwerk diesbezüglich beherrscht.

In meinem Buch „TRIGEMINUSNEURALGIE – Wenn das Leben aus den Fugen gerät“, erklärt Privatdozent Dr. med. Dr. dent. Dominik Ettlin vom Zentrum für Zahnmedizin, Universität Zürich / Schweiz, folgendes zu der Frage, ob ZA-Implantate bei TN-Betroffene ratsam wären:
„Grundsätzlich ist bei Vorliegen einer Trigeminusneuralgie mit invasiven Eingriffen Zurückhaltung geboten.“ (ZITAT ENDE).
Soll heißen, dass TN-Patienten vorsichtig sein sollten bzgl. kieferchirurgischen Eingriffen an der jeweiligen Stelle. Es kann gut gehen….leider weiß man das erst nach Einsetzen eines ZA-Implantats.

Ich selbst habe unten rechts ein ZA-Implantat. Alles wunderbar. Aber ich bin vom 2. T-Nerv, also Oberkiefer, betroffen. Auch rechte Seite. Nun werde ich mir oben rechts eine normale ZA-Prothese machen lassen. Da gibt es mittlerweile richtig tolle Möglichkeiten. Klar, ein Implantat wäre mir lieber gewesen, das Geld hätte ich auch, doch das Risiko, mir an meiner TN-Stelle ein ZA-Implantat machen zu lassen, ist mir einfach zu hoch: Die Kosten, die Schmerzen…..man weiß es halt nicht. So gehe ich eben auf Nummer sicher. Das wird auch kein billiger Spaß. Nehme ich doch hier das Beste, was es derzeit gibt in Form von Teilprothesen. Vom Kieferknochen her ginge durchaus ein ZA-Implantat. Aber meine beiden Zahnärzte, darunter ein Kieferchirurg, der sich seit 1995 mit TN bestens auskennt, rieten mir davon ab. Das Risiko, das Implantat wieder zu verlieren, ist einfach zu groß.

Geld, Schmerzen, Eingriffe….okay, letzt endlich entscheidet das jeder für sich selbst.

Schmerzfreie Momente und liebe Grüße ins Forum,
SIMONE

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1 Response to Zahnimplantate für TN-Betroffene

  1. Daniela sagt:

    Hallo,
    ich habe eine Frage: Bei mir wurden im Oktober 2018 mehrere Zähne gezogen, aufgrund von Zahnschmerzen. Danach ging es los mit den Trigeminusschmerzen, sie halten bis heute an, sind aber durch Medikamente und Neuraltherapie erträglicher. Besonders auf der Seite, auf der ein Implantat gesetzt wurde, ist „viel los“.

    Ich war nun zur Beratung bei der Praxis Lechner in München, hier wurde bei mir eine Kieferostitis (NICO) entdeckt. Dies kann auch Trigeminusschmerzen hervorrufen, da der Nerv durch diese Entzündung gereizt wird. Dies klingt für mich sehr schlüssig, da meine Trigeminusschmerzen immer unter Antibiotika besser wurden und eben auch nach der Implantatsetzung so stark wurden. Bei einer OP sollen nun die „matschigen“ Teile des Knochens entfernt werden, der Zahnarzt wirkt sehr kompetent und hat Erfahrung in diesem Bereich.

    Hat jemand gute Erfahrungen mit einer solchen NICO-OP gemacht und kann mir Mut machen?

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